Reiten: K+K-Cup
Abschiede im würdigen Rahmen

Münster -

Mehr als 30.000 Zuschauer: der K+K-Cup zieht die Massen an. Turnierchef Oliver Schulze Brüning zog ein zufriedenes Fazit der fünftägigen Mammutveranstaltung in der Halle Münsterland.

Montag, 14.01.2019, 18:12 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 18:46 Uhr
Alles im Griff, auch bei einer rasanten Fahrt vor der Siegerehrung in einem Vierspänner, hatte Oliver Schulze Brüning, der ein zufriedenes Fazit zog.Alles im Griff, auch bei einer rasanten Fahrt vor der Siegerehrung in einem Vierspänner, hatte Oliver Schulze Brüning, der ein zufriedenes Fazit zog. Foto: Jürgen Peperhowe

Mario Stevens hatte sich vor dem Stechen festgelegt. „Katrin Eckermann hat die richtigen Hosen und wird das Ding nach Hause reiten“, hatte der Springreiter aus Molbergen gesagt – und hatte damit recht behalten.

Er selbst hatte den finalen Durchgang im Großen Preis mit Credo nach einem Abwurf verpasst und an­schließend das sportliche Karriereende seines 18 Jahre alten Hengstes bekannt­gegeben. „Das war der letzte Parcours, den er geritten ist. Er hat den Ruhestand verdient. Es war ein Traum, ihn vor dieser super Kulisse zu verabschieden“, so Stevens.

Goodbye für Lars Nieberg

Schon vor dem Großen Preis hatte es ein weiteres Goodbye gegeben. Seine ­große Karriere hat der Springreiter Lars Nieberg jüngst eher still und leise beendet, beim K+K-Cup stand der Mannschaftgold-Gewinner bei den Olympischen Spielen von 1996 und 2000, der auch bei Weltmeister- und Europameisterschaften erfolgreich war, doch noch einmal im Rampenlicht.

K+K-Cup 2019: Die Highlights

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    Gehört ohne Frage zu den optischen Höhepunkten des K+K-Cups: das Kostümspringen. Der Grieche Aggelos Touloupis begeisterte als Ureinwohner „Na‘vi“ aus dem Kinofilm „Avatar“.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • In der Halle Münsterland dominierten fünf Tage lang Pferde und Reiter das Geschehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auf den Rängen verfolgten Familie, Freunde und Reitsportfans die Wettbewerbe - und jubelten nach erfolgreichen Auftritten ihrer favorisierten Reiter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Großen Preis nicht zu schlagen war Katrin Eckermann auf Caleya. Für die Reiterin war es der zweite Triumph nach 2014...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...den Sieg feierte Eckermann anschließend mit ihrem Lebensgefährten Christian Glanemann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Thomas Holz legte sich im Großen Preis mächtig ins Zeug. Der Grevener landete mit Buffy letztlich auf Rang zwei hinter Eckermann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das mehrtägige Reitspektakel lockte zahlreiche Zuschauer in die Halle Münsterland.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Olympiasiegerin Ingrid Klimke startete mit Franziskus in der Dressur. Im Grand Prix Special landete die Lokalmatadorin auf Rang sechs, im Grand Prix wurde sie Dritte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das Siegerlächeln hat sie sich verdient: Annabel Frenzen setzte sich im Sattel von Imperius im St. Georges Special für sieben- bis neunjährige Pferde gegen alle Konkurrenten durch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kein Alltagsoutfit, aber beim Kostümspringen angemessen: Pferde und Reiter erschienen in verrückten Verkleidungen, ob ganz in pink, im Dalmatiner-Outfit, als Bierflasche, Mohrrübe oder Michael Jackson.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Den Seriensieger abgelöst: Die Wanderstandarte ging in diesem Jahr an den RV Nienberge-Schonebeck mit Emma Haverkamp, Melanie Geßmann, Angelika Geßmann, Tim Scheunemann, Maya Wilhelmer, Jennifer Rotert, Theresa Brinkmann, Vanessa Eisen und Marie Krimpmann. In den Jahren zuvor hatte seit 2012 immer der RV Gustav Rau Westbevern vorne gelegen.

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  • Definitiv ein Highlicht des Reitturniers: Die "Bauernolympiade", bei der jedes Jahr die Reitvereine des Münsterlands um die Wanderstandarte kämpfen. Synchronie war auch bei der Mannschaftskür des RV Gustaf Rau Westbevern gefragt.

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  • Gute Kurvenlage: Beim Hindernisfahren für Pony-Vierspänner siegte Michael Bügner.

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  • Wenn der favorisierte Reiter auf Siegkurs hält, reißt es die Anhänger schon mal von den Sitzen.

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  • Es war der erste Auftritt von Eddieni im Grand Prix und Special - und was für einer: Malin Wahlkamp-Nilsson sicherte sich mit dem zehnjährigen Pferd den Sieg im Grand Prix Special.

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  • Ohne Pferd, dafür mit Schild und Schwimmreifen: Um beim Kostümspringen zu glänzen, waren die Reiter richtig kreativ. 

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Bundestrainer Otto Becker und Peter Hofmann, Vorsitzender des Springausschusses des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei, zeichneten Nieberg mit dem Ehrenkreuz der Reiterlichen Vereinigung in Gold aus. 50 Mal hatte Nieberg Nationenpreise bestritten, den letzten mit seinem Sohn Gerrit in Aalborg gewonnen. „Und den ersten Nationenpreis bin ich mit Otto Becker geritten – und habe ihn ebenfalls gewonnen“, fügte Nieberg mit einem Schmunzeln hinzu.

Lars Nieberg mit Peter Hofmann Springausschuss DOKR und Otto Becker

Lars Nieberg mit Peter Hofmann (l.) und Otto Becker (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Nieberg habe als Reiter, Vater, Trainer und Mäzen viel für den Springsport geleistet, betonte Hofmann. „Du bist ein Mann aus dem Sport für unseren Sport.“ Nieberg freute sich sehr über diese hohe Auszeichnung. Er sei allerdings nicht alleine für den Erfolg verantwortlich. Unter anderem hob der Reiter seine Frau Gitta hervor, die ihm den Rücken frei- und Betrieb wie Familie zusammengehalten habe.

Auch sein Lehrherr Herbert Meyer, seine langjährige Mäzenin Katharina Geller und zuletzt Hendrik Snoek, dessen Gestüt Nieberg heute leitet, hätten großen Anteil an seinen Erfolgen. Den Pferden bleibt Nieberg weiter verbunden, als Ausbilder, Trainer und auch als Förderer seiner Söhne. Nur bei großen Championaten will er nicht mehr in den Sattel steigen.

K+K-Cup 2019: Kostüm-Punkte-Springprüfung

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K+K-Cup 2019: Kostüm-Punkte-Springprüfung Foto: Jürgen Peperhowe
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Wenige Wünsche bleiben offen

Niebergs Verabschiedung leitete den Abschluss der fünf Tage in der Halle Münsterland ein, in die wieder über 30.000 Zuschauer strömten. Eine Zahl, die in den vergangenen Jahren konstant ist und die Oliver Schulze Brüning bestätigt. „Das Konzept passt, unser Angebot wird angenommen“, sagte der Turnierchef, der während des Großen Preises kräftig gezittert hat. Bis zum 21. Reiter musste er warten, ehe die erste Nullrunde perfekt war. „Da bin ich schön etwas nervös den Gang auf- und abgelaufen. Eine Entscheidung ohne ­Stechen wäre kein Drama gewesen. So aber ist es für die Spannung sowie die Zuschauer schöner und ein ­toller Abschluss gewesen“, meinte Schulze Brüning.

Seine Liste mit Details, die er verbessern möchte, wird der 46-Jährige nun ver­suchen zu verkleinern, im Großen und Ganzen aber bleiben wenig Wünsche offen. Es passte einmal mehr beim K+K-Cup, der auch 2019 im Gesamtpaket Reiter wie Besucher überzeugt hat.

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