Fußball: 3. Liga
Preußen-Trainer Antwerpen ärgert sich und schaut noch nach oben

Duisburg -

Der Ärger über einen verweigerten Handelfmeter war riesig bei den Preußen, doch nach dem 0:0 beim KFC Uerdingen war auch herauszulesen, dass Münster in der Tabelle durchaus noch Ziele hat. Dafür muss die Tormisere allerdings ein Ende finden.

Dienstag, 26.02.2019, 13:36 Uhr aktualisiert: 26.02.2019, 14:27 Uhr
Tobias Rühle (M.) und vor allem Lucas Cueto (l.) überzeugten gegen Uerdingen vorne drin. Assani Lukimya (r.) hingegen hatte Riesenglück, dass er den Krefeldern keinen Elfmeter einbrockte. Foto: Jürgen Peperhowe

  Lucas Cueto hatte wohl geahnt, dass in Duisburg mal wieder seine Chance kommen würde. Jedenfalls stattete der 22-Jährige seine Familie und Freunde aus dem nahen Rheinland im Vorfeld mit Tickets für die Partie gegen den KFC Uerdingen aus. Nach dem 0:0 der Preußen am Montag sackte er dann Glückwünsche seiner Liebsten ein. Zu seinem Einsatz, zum Punkt, aber auch zu einer guten Leistung. „Es hat mal wieder Spaß gemacht, zu spielen. Ist doch klar, dass ich lieber auf dem Platz stehe“, sagte er.

Die Saison des Flügelspielers gleicht einem Auf und Ab. Zwei Treffer, 16 Einsätze, neun von Beginn an – die Partie gegen die Krefelder war aber erst seine dritte über 90 Minuten. „Wir wollten uns nicht hinten reindrücken lassen, teilweise ist unser Matchplan auch aufgegangen“, erzählte Cueto. „Wäre natürlich geil gewesen, wenn mein Kopfball noch drin gewesen wäre.“ Es war die beste SCP-Chance (62.). Der Spielstil des wendigen Offensivmannes passte aber ganz gut zu den Uerdingern. „Lucas war sehr agil. Er hat endlich mal das umgesetzt, was wir im Training von ihm sehen“, sagte Marco Antwerpen.

Einzelkritik: KFC Uerdingen - SC Preußen Münster

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  • Max_Schulze_Niehues

    Max Schulze Niehues: In der Anfangsphase musste der Keeper einige Male nachfassen, wirkte nicht ganz sicher. Dazu oft mit Rückpässen konfrontiert. Auf der Linie zeigte er einige blitzsaubere Paraden. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig: Der Rechtsverteidiger rieb sich wie gewohnt auf, hatte Spaß daran, Stefan Aigner zu nerven. Immer wieder am Boden nach harten Duellen, vorne jedoch lange ohne Präsenz. Seine beste Offensivaktion hatte er sich für die Schlusssekunde aufgehoben. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner: Abgeklärt und ruhig im Abwehrzentrum. Da gab es wenig zu meckern. Der Chef hatte alles im Griff und in einigen Situationen, die er nicht ausgelöst hatte, auch das nötige Glück. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder: Frühes Foul an Osayamen Osawe, das sogar auch mit Straf- statt Freistoß hätte geahndet werden können. Dazu sofort gelbbelastet, biss sich der Kapitän irgendwie doch rein in die Partie und rettete manches Mal mit einem langen Bein und viel Einsatz. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann: Der Linksverteidiger bewies durchaus Offensivdrang und war Weltmeister Kevin Großkreutz keinesfalls unterlegen. Hinten einige Male alleingelassen, aber mit viel Kampfgeist ausgestattet. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun: Starker Zweikämpfer vor der Abwehr, wertvolle Ballgewinne, aber eben auch -verluste, die in seiner Position immer Gefahr bedeuten. Den Steilpass in die Schnittstelle traut er sich zu selten zu, vielleicht weil diese Versuche auch oft misslingen. Doch seine Kernaufgabe als Abräumer erfüllte der 30-Jährige hervorragend. Note: 2,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires: In der ersten Halbzeit fast als “verdeckter Ermittler” unterwegs. Als Ballverteiler eher mit dem Querpass als mit einer Initialzündung. Auch er gab die Kugel mehrfach zu leichtfertig ab. Note: 4

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Zu Beginn ließ er sich oft tief fallen, um das Spiel anzukurbeln. Als Uerdingen die Kontrolle an sich riss, tauchte der Pole etwas ab. Auch die Standards bewirkten nicht viel. Doch er wollte unbedingt eine Reaktion auf zuletzt schwächere Auftritte zeigen und steigerte sich nach der Pause, war an den gefährlichsten Szenen beteiligt. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Stand auf verlorenem Posten, in Luftduellen ohne Chance, seine Laufwege führten oft ins Nichts. Im Spiel nach hinten vereinzelt noch zu nachlässig. Die Laufbereitschaft war aber gut. Note: 4,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle: Unglaublich viele Meter, nicht jeder davon war effektiv. Natürlich war das Spiel mit dem Rücken zum Tor nicht gerade dankbar für ihn, doch immerhin beschäftigte er die KFC-Innenverteidigung ganz gut. Wurde später häufiger abgekocht. Note: 3,5

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto: Erstmals seit dem 15. Dezember wieder in Anfangself und gleich top-motiviert. Quirlig und temporeich war er, aber nicht immer robust genug, um daraus Kapital zu schlagen. In der Defensive sehr bemüht. Im zweiten Durchgang legte er noch mal eine Schippe drauf. Note: 3

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono: Erste Einwechslung, doch keine echte Möglichkeit, sich zu beweisen. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller: Auch der zweite Joker blieb wirkungslos. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov: Holte sich noch mal Gelb ab, war ab und an dabei, als es brannte. Keine Note

    Foto: Jürgen Peperhowe

Der Trainer lobte auch Tobias Rühle („Er hat sich aufgerieben“) und Martin Kobylanski („Genau diese Antwort wollte ich von ihm sehen“). Über allem stand für den 47-Jährigen aber erneut das Unverständnis über eine falsche Schiedsrichter-Entscheidung. Das Handspiel von Assani Lukimya (41.), da waren sich alle einig, hätte Elfmeter geben müssen. „Eine 1:0-Führung hätte uns richtig gut getan. Mittlerweile ist die Quote gegen uns echt gravierend. Wir wurden zum 13. Mal benachteiligt, hätten schon zehn Strafstöße bekommen müssen.“ Objektiv betrachtet waren nur die wenigsten der aufgeführten Fälle 50:50-Szenen. Andersherum hatte Münster vielleicht auch hier und da Glück (etwa am Montag, dass Simon Scherders Foul an Osayamen Osawe nahe der Sechzehnerkante nur einen Freistoß zur Folge hatte) – doch unterm Strich bleibt ein extrem ungesundes Verhältnis von Nach- und Vorteil. Ex-Referee Babak Rafati, der für das Portal „liga3-online.de“ Drittliga-Streitfälle analysiert, gab den Preußen in dieser Saison immer recht, auch diesmal. Er hat beachtliche zehn verwehrte Elfmeter in 25 Partien gezählt. „Machen wir nur sechs oder sieben davon rein, redet keiner von einer Torflaute“, so Antwerpen. Immerhin nahm er Wolfgang Haslberger, den Unparteiischen, in Schutz. „Er hat eigentlich gut gepfiffen. Nur diese eine Situation – ist doch klar, dass ich mega genervt bin. Schließlich haben wir noch Ziele, Platz vier ist nicht so weit weg. Wir müssen doch nur sechs, sieben Punkte drauf rechnen, dann wären wir ganz oben dran.“

Ein Satz, ganz nebenbei erwähnt, und doch spannend zu deuten. Antwerpen, der Ehrgeizige, möchte die Saison nicht einfach so austrudeln lassen, auch wenn es zum Relegationsrang wie zum vierten (der die Qualifikation für den DFB-Pokal bedeutet) sieben Punkte sind. Der Vorsprung auf die Abstiegszone scheint mit neun Zählern einigermaßen komfortabel. „Es sind ja auch noch einige Mannschaften dazwischen“, sagte Kapitän Scherder. „Aber klar, ab und zu gucke ich auch mal nach unten. Das ist halt die 3. Liga, immer alles eng.“

KFC Uerdingen - SC Preußen Münster

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  • KFC Uerdingen - SC Preußen Münster

    Die Mannschaften betreten den Platz in Duisburg.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Und hier einige Spielszenen: Menig gegen Osayamen Osawe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner gegen Osayamen Osawe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cueto gegen Assani Lukimya.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • KFC-Trainer Norbert Meier und SCP-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adriano Grimaldi musste von der Tribüne aus zuschauen. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner gegen Osayamen Osawe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rühle gegen Assani Lukimya.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dadashov am Ball, doch die Krefelder halten dagegen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dadashov am Ball.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Da kann man auch schon mal ungeduldig werden: Antwerpen macht den Preußen Dampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gelbe Karte für Dadashov von Schiedsrichter Wolfgang Haslberger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Connor Krempicki gegen Menig, Dadashov und Braun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen-Trainer Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Braun gegen Connor Krempicki.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heidemann gegen Maximilian Beister.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Maximilian Beister gegen Sandrino Braun.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stefan Aigner klärt vor Akono und Scherder.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Der 25-Jährige bestätigte auch an der Wedau seine gute Form, selbst nachdem er bereits in der siebten Minute für das Vergehen an Osawe verwarnt wurde. „Da musste ich schon aufpassen, keine unnötigen Fouls zu begehen.“ Ein anderer Aspekt ärgert ihn im Augenblick ein wenig: „Wir haben unsere Gefährlichkeit nach Ecken etwas verloren. Letzte Saison habe ich so vier Tore gemacht, Ole Kittner war auch immer für eins gut.“

Dass der SCP nur eines der letzten neun Spiele gewonnen hat, liegt vor allem am fehlenden Zug zum gegnerischen Kasten. In sieben der jüngsten acht Begegnungen gelang kein Treffer. Gegen den KFC gab es immerhin wieder vermehrte Annäherungen. „Wir haben es mal mit einer anderen Spieleröffnung versucht, wurden zeitweise aber zu unpräzise“, so Antwerpen. Ein schnelles Ende der Ladehemmung ist unumgänglich, wenn seine Mannschaft wirklich noch mal ein ernstes Wörtchen an der Spitze mitreden will.

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