Fußball: 3. Liga
Sandrino Braun blüht im neuen System des SC Preußen Münster auf

Münster -

Er blüht auf: Ohne Frage hat Sandrino Braun von der Systemumstellung profitiert und liefert das ab, was Trainer und Fans sehen wollen. Noch ist unklar, ob sein auslaufender Vertrag verlängert wird.

Montag, 04.03.2019, 16:04 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 16:34 Uhr
So agiert Sandrino Braun im Zweikampf: hartnäckig, durchsetzungsfähig, aber immer fair. Foto: Jürgen Peperhowe

Seit diesem Winter wird Sandrino Braun auf den Spielberichtsbögen und in offiziellen Statistiken mit einem Doppelnamen geführt. Braun-Schumacher – so heißt er seit der Hochzeit mit Gattin Linda regulär. Zu viel Bedeutung will er diesem Umstand aber nicht zumessen. „Auf dem Trikot steht ja auch weiter nur Braun“, sagt der Dauerläufer des SC Preußen . Seine Frau wird schon nicht schimpfen, wenn es vorerst dabei bleibt.

In den vergangenen Wochen hat sich aber nicht nur der Eintrag im Pass des 30-Jährigen geändert, sondern auch sein Stellenwert in der Mannschaft. Seit er 2016 von den Stuttgarter Kickers nach Münster wechselte, erlebte der Profi ein stetiges Auf und Ab. Erst Probleme reinzukommen, plötzlich Leistungsträger. Später wieder hinten dran, zwischendurch immer mal wieder wichtig. In dieser Saison verlor der Kilometerfresser nach dem 1:4-Debakel beim VfR Aalen im September recht abrupt seinen Stammplatz. Danach spielten seine Kollegen gut, die Konkurrenz im Mittelfeldzentrum ist mit René Klingenburg, Martin Kobylanski und Kevin Rodrigues Pires ja auch nicht ohne.

Aus der Weihnachtspause aber kam Braun mit neuem Elan. Trainer Marco Antwerpen setzte ihn erst als halbrechten Part einer Dreierkette ein, ab dem Derby gegen den VfL Osnabrück dann wieder vor der Abwehr. „Wo ich spiele, ist eigentlich egal. Da, wo ich aufgestellt werde. Ich habe mich auch davor, zum Beispiel in Lotte, hinten drin wohl gefühlt auf dem Platz, auch wenn ich da beim 0:1 mit drin hing“, sagt er. Dennoch drängt sich der Eindruck auf, dass er mit der Systemumstellung (4-2-3-1) und der Rückversetzung auf seinen ursprünglichen Posten noch mal einen großen Schritt nach vorn getan hat.

Sein Coach sieht es eher allgemein, losgelöst von der einen Personalie: „Im 3-4-3 hatten wir immer nur zwei zentrale Mittelfeldstellen, nun können wir einen Offensivmann mehr einbringen.“ Braun attestierte er nach dem 4:0 gegen Aalen im Rückspiel am Samstag immerhin eine absolut „einwandfreie Leistung“. Vielleicht war es das beste Saisonspiel des Badeners. Der sagte hinterher ganz lapidar: „Wir hatten zuletzt nicht immer das Spielglück, diesmal haben wir es erzwungen.“ Dazu trug er selbst einen gehörigen Teil bei. Viel unterwegs ist Braun ja immer, Zweikämpfe scheut er nie. Diesmal (und auch bereits gegen Uerdingen fünf Tage zuvor) gewann er auch fast alle, lieferte seiner Mannschaft etliche extrem wertvolle Ballgewinne. Gefährliche Fehlpässe blieben nahezu aus. Zwei, drei Spiele ­ändern natürlich noch nicht jede Gesamtwahrnehmung, doch in der aktuellen Form wäre der Rechtsfuß, dessen Vertrag im Sommer endet, als Abgang ein Verlust für die Preußen. Gespräche hierzu hat es noch nicht ge­geben. Ausschließen möchte Braun, der vor drei Jahren noch von Ex-Sportchef Carsten Gockel geholt wurde und damals als einer der Königstransfers galt, einen Verbleib keineswegs. „Ich könnte mir gut vorstellen, weiter in Münster zu spielen. Wir ­fühlen uns hier pudelwohl.“ Zur neuen Saison käme vielleicht auch der vollständige Name aufs Trikot.

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