Fußball: 3. Liga
Kalte Dusche: Preußen Münster unterliegt Hansa Rostock mit 0:1

Münster -

Preußen Münster gegen Hansa Rostock – das waren in der 3. Liga in aller Regel heißblütige, enge Vergleiche mit vielen Toren und spektakulären Szenen. All das traf auf das Flutlichtspiel am Dienstagabend nicht zu. Im Gegenteil. Wenige Strafraumszenen, kaum Torchancen, viele Unzulänglichkeiten. Das einzige schlüssige Resultat wäre das vierte 0:0 der Adler in diesem Jahr gewesen. Doch drei Minuten vor Schluss erwischte sie eine ganz kalte Dusche – 0:1!

Dienstag, 12.03.2019, 21:40 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 22:05 Uhr
Niklas Heidemann, der hier vor Merveille Biankadi (r.) am Ball ist, gehörte in einer eher trüben Partien zu den besten Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Trainer Marco Antwerpen brach trotzdem nicht den Stab über seinem Team. „Wir waren ja gut drin, alle waren bereit viel zu investieren. Aber wir wussten eben auch, wie schwer es wird, zu Chancen zu kommen.“ Hartes Brot für die Zuschauer, immerhin der Wille war da. Für den Blick auf Platz vier war die Niederlage natürlich Gift. Der SCP ist nun „nur“ Elfter.

Die wenigen Gelegenheiten hätten an diesem Abend reingemusst. Alles wäre anders verlaufen, hätte Lion Schweers nach einer Viertelstunde getroffen. „Den muss ich machen, auch wenn der Ball kurz vorher noch auftickt“, sagte er. Nach Freistoß von Martin Kobylanski scheiterte Rufat Dadashov aus dem Getümmel am Bein von Kapitän Oliver Hüsing, der dann auch noch den freien Schweers-Nachschuss blockte (15.).

Es war ein kurzes Aufflackern von Torgefahr oder Spannung. Ansonsten dominierten, so abgedroschen es klingt, die Abwehrreihen. Oder lag es doch an der Einfallslosigkeit der Kreativen? „Die zündende Idee fehlte“, so Antwerpen. Münster war von hinten heraus zu unpräzise, der Gast blieb jegliche Bemühungen nach vorne schuldig und schlug selbst verschiedene Einladungen aus der SCP-Abwehr großherzig aus.

Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock

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  • Für das Heimspiel gegen Rostock gab SCP-Trainer Marco Antwerpen (r.) seinen Spielern eine klare Marschroute mit ins Spiel.

    Für das Heimspiel gegen Rostock gab SCP-Trainer Marco Antwerpen (r.) seinen Spielern eine klare Marschroute mit ins Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein alter Bekannter gehört aktuell zu den Ersatzspielern bei Hansa Rostock: Ex-SCP-Spieler Amaury Bischoff (l.).

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Basketballer-Besuch: Die Spieler (v.l.) Jan König (links oben), Alexander Goolsby (M.) und Anton Geretzki (oben rechts) der WWU Baskets schauten sich die Partie an.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Im Laufe der Saison wurde Jens Härtel Coach der Rostocker.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Ball rollt: Zweikampf zwischen Niklas Heidemann (M.) und Rostocks Cebio Soukou (r.).

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  • Klare Ansage von Schiedsrichter Michael Bacher für SCP-Spieler Martin Kobylanski.

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  • Zwei gegen Einen: Die SCP-Spieler Rufat Dadashov (l.) und Lucas Cuetro (Nummer 37) attackieren Rostocks Kai Bülow.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Enttäuscht: Lion Schweers nach einer vergebenen Torchance.

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  • Artistisch: SCP-Mittelfeldspieler Martin Kobylanski.

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  • Im Luftduell: Preußen Abwehrspieler Ole Kittner gegen Pascal Breier.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • SCP-Coach Marco Antwerpen

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe

Es war eine Partie, die auch Taktikfüchse nicht begeisterte. Wenig Risiko, häufige Fehlpässe, seltene Tempoverschärfungen, technische Mängel, überhastete Abschlüsse – dabei standen die zwei Teams sonst oft für die feine Klinge. Bodenverhältnisse, Wind und fehlende Kraft in der englischen Woche machten es den Spielern nicht leicht.

Neue Chance für Schweers

Trainer Marco Antwerpen hatte es angekündigt. Nach dem 0:3 in Cottbus am Samstag vollzog er drei Personalwechsel, die einher gingen mit einer anderen Taktik. Statt 4-2-3-1 ließ er in einem 3-4-1-2 spielen. Für den gesperrten Sandrino Braun rückte positionsgetreu Kevin Rodrigues Pires auf die Sechserposition.

Im Zweierangriff begann nach mehrwöchiger Startelf-Auszeit Rufat Dadashov statt Cyrill Akono neben Lucas Cueto. Mit Lion Schweers, der halbrechts in die Dreierkette zurückkehrte, kam zudem ein Verteidiger für Stürmer Tobias Rühle in die Mannschaft.

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Wer auf Besserung nach der Pause hoffte, wurde enttäuscht. Beide Deckungen waren ja kaum in Bedrängnis geraten. Vor allem setzten die Kontrahenten auf zweite Bälle. Ohne Erfolg. Das leichte Plus an Ballbesitz und allgemeiner Bemühtheit der Preußen wurde nach dem Wechsel größer, auch weil sich Kevin Rodrigues Pires um Ordnung und Impulse verdient machte. Mit etwas gutem Willen besaß der eingewechselte Philipp Hoffmann nach einer Ecke im Nachsetzen noch eine Möglichkeit (77.).

Einzelkritik: SC Preußen Münster - Hansa Rostock

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  • Spielernoten_960x640mm_image_1024_width Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 3,5:

    Er musste vor der Pause praktisch keinen Ball halten, wirkte einmal etwas desorientiert bei einem Klärungsversuch am Strafraumeck. Auch in der zweiten Hälfte praktisch beschäftigungslos, beim Gegentor ohne Chance.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3:

    Vergab nach 16 Minuten die mögliche Führung des SCP. Regelte vor der Pause alles vor sich ohne großes Federlesen, machte auch nach der Pause nichts falsch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3:

    Er hatte anfangs kaum Ballkontakte und befand sich im Organisationsmodus. Das ging auf - das sollte so bleiben. Doch kurz vor Schluss hatte er die Chance zum Ausgleich, traf den Ball nicht voll - er ist halt kein Stürmer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 3,5:

    Er löste die wenigen Problemchen in der ersten Hälfte souverän, bis zur 86. Minute alles andere auch. Beim Gegentor wird er überrumpelt, hätte Hilßner nur per Notbremse stoppen können, was Scherder jedoch nicht tat.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Fabian Menig, Note 4:

    Er machte im Mittelfeld mit allen anderen mit. Kämpfen, grätschen und Fehlpässe spielen. Hatte schon bessere Partien, fiel aber in der grauen Masse dieses Mal nicht weiter auf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Rene Klingenburg, Note 4:

    Mit ein paar Dribblingsversuchen, ohne Impulse - vor dem Wechsel war das so, nach dem Wechsel auch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 4:

    Er versuchte als einer der wenigen, etwas Fußball zu spielen. Allerdings war seine Passquote deutlich verbesserungswürdig - über 90 Minuten. In der Summe gelang ihm zu wenig, weil seine Mitspieler auch nicht mitmachten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Niklas Heidemann, Note 3:

    Gehörte zu den wenigen Lichtblicken in der schwachen ersten Halbzeit. Blieb immer hart am Mann, versuchte ab und an, für Gefahr mit seinen Flankenläufen auf der linken Seite zu sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 5:

    Er ließ sich nicht lumpen und machte beim Gepöhle aller anderen mit. Gefahr bei Standards: keine. Die Hoffnung auf einen spielerischen Geistesblitz erfüllte sich nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 5:

    Er war kaum zu sehen. Ihm fehlt Spielpraxis und Selbstvertrauen. Das war nicht sein Tag. Dadashov kämpfte, wirkte aber fast immer glücklos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Lucas Cueto, Note 4,5:

    Er schoss zumindest ab und an aufs Tor. Aber richtige Gefahr ging von ihm nicht aus. Tauchte nach der Pause total ab, es hätten auch andere als Erste ausgewechselt werden können.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, keine Note:

    Er brachte für Lucas Cueto in den letzten 25 Minuten etwas mehr Fahrt in die Preußen-Angriffe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Einwechselspieler Moritz Heinrich, keine Note:

    Er kam für Martin Kobylanski in die Partie. In einer schwachen Preußenelf konnte er nicht mehr für Lichtblicke sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Alles deutete auf ein 0:0 hin. Doch dann das: Mit dem ersten nennenswerten Angriff machte Rostock das Siegtor. Cebio Soukou drosch die Kugel nach einem Münsteraner Ballverlust auf der rechten Seite einfach nach vorn, da landete sie im Lauf von Marcel Hilß­ner, der Simon Scherder davonlief und eiskalt abschloss (87.).

„Es war nie zu erahnen, dass es eine brenzlige Situation für uns geben könnte. Und dann diese fatale letzte Situation“, stöhnte Antwerpen. „Es war bis dahin ja ein reiner Abnutzungskampf.“ Der nach vorne beorderte Ole Kittner verpasste von der Strafraumkante noch den Ausgleich (90.+1), dann war Schluss. Viel schmerzhafter hätte der für die Zuschauer so schon sehr trübe Abend nicht enden können.

Statistik:

Preußen Münster: Schulze Niehues - Schweers, Kittner, Scherder - Menig, Kobylanski (78. Heinrich), Rodrigues Pires, Klingenburg, Heidemann - Dadashov, Cueto (65. Hoffmann). - Trainer: Antwerpen.

Ersatzbank: Schnitzler (Tor), Borgmann, Rühle, Schwarz, Akono.

Hansa Rostock : Gelios (Note 3) - Ahlschwedde (4), Hüsing (2), Riedel (3), Cros (3/88. Rankovic -) - Soukou (4), Bülow (4), Wannenwetsch (3), Scherff (4) - Biankadi (5/77. Pepic), Breier (5/46. Hilßner 3). - Trainer: Härtel

Ersatzbank: Sebald (Tor), Bischoff, Donkor, Hildebrandt.

Zuschauer: 6148.

Schiedsrichter: Bacher (Kirchensur) 3.

Gelbe Karten: Menig - Hilßner


Ablenkung im Playoff-Stress

SC Preußen und WWU Baskets pflegen schon seit Längerem gute Beziehungen. Viele der Fußballer sind ohnehin schon regelmäßig zu Gast bei den Korbjägern. Diese revanchierten sich am Dienstagabend mit einem Besuch beinahe in Mannschaftsstärke. Etwas Ablenkung im Playoff-Stress ist ja auch gestattet.

Schließlich hat der Meister der Pro B Nord am Wochenende spielfrei, nachdem er im Achtelfinale die Löwen Erfurt zweimal besiegt und vorzeitig in die nächste Runde eingezogen waren. Da ließ Trainer Philipp Kappenstein seine Spieler gerne mal von der Leine.

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