Fußball: 3. Liga
Unterschrift trocken – Hübscher wird neuer Preußen-Trainer

Münster -

Nun ist es amtlich. Der SC Preußen Münster hat einen Trainer für die neue Saison gefunden. Sven Hübscher kommt von der Weser zurück nach Westfalen. Der 40-Jährige tritt im Sommer die Nachfolge von Marco Antwerpen an, dessen Weggang seit Januar feststand.

Mittwoch, 20.03.2019, 11:11 Uhr aktualisiert: 20.03.2019, 16:53 Uhr
Sven Hübscher Foto: Andreas Gumz

Sven Hübscher trainiert den SC Preußen in der neuen Saison. Die Mitteilung des Vereins bestätigte alle Gerüchte der vergangenen zwei Wochen nun.

Neun Partien sind in der laufenden Saison noch zu absolvieren, doch schon jetzt laufen im Hintergrund die Weichenstellungen für die nächste Spielzeit. Nachdem durch die Vertragsverlängerungen mit Ole Kittner und Max Schulze Niehues erste Personalentscheidungen mit Signalwirkung bereits vermeldet werden konnten, steht nun auch fest, wer ab dem Sommer die Verantwortung an der Seitenlinie tragen wird. Sven Hübscher als Chef- und Tobias Hellwig als Co-Trainer übernehmen an der Hammer Straße vom scheidenden Trainergespann Marco Antwerpen/Kurtulus Öztürk. Gemeinsam trainieren beide derzeit die U 23 des SV Werder Bremen und erhalten Verträge bis zum 30. Juni 2021.

"Absolute Wunschlösung"

„Wir haben hier unsere absolute Wunschlösung gefunden, beide erfüllen genau unser Anforderungsprofil. Sie haben bereits bewiesen, dass sie mit jungen Spielern arbeiten und diese auch weiterentwickeln können. Zudem spielen die großen Erfahrungen aus dem Profibereich eine Rolle, die sie während ihrer Zeit beim FC Schalke 04 gesammelt haben. Sie kennen alle Facetten der Nachwuchsarbeit, wissen aber auch ganz genau, wie ein Profi tickt“, kommentiert Malte Metzelder, Geschäftsführer Sport, die Entscheidung zugunsten des neuen Trainerduos.

Die Trainer des SC Preußen Münster seit 2010

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  • Sven Hübscher

    Sven Hübscher (Bildmitte) als Chef- und Tobias Hellwig (nicht im Bild) als Co-Trainer übernehmen an der Hammer Straße ab der Saison 2019/2020. Beide erhalten Verträge bis zum 30. Juni 2021.

    Foto: Witters
  • Im Dezember 2017 trat Marco Antwerpen den Trainerjob bei Preußen Münster an. Seinen bis Sommer 2019 laufenden Vertrag wird er nicht verlängern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benno Möhlmann kam im Herbst 2016 in höchste Not und rettete mit einer starken Rückserie den SCP vor dem Abstieg. Der Routinier war im Verein extrem beliebt, doch im Dezember 2017 musste auch er gehen, nachdem die Preußen wieder auf einen Abstiegsplatz gerutscht waren und der Trend fatal wirkte. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Horst Steffen kam an Heiligabend 2015 als Nachfolger von Ralf Loose und musste Anfang Oktober 2016 die Preußen wieder verlassen. Als Trainer ist er gescheitert, das belegte die Tabelle, die saisonübergreifende Schreckensbilanz des 47-Jährigen und vor allem die allzu häufig leb- und ratlosen Vorstellungen der Spieler. Dennoch hat Steffen in Münster Eindruck hinterlassen. Er war immer gesprächsbereit, stets offen, selbstkritisch und bei Fans wie Spielern beliebt – vor allem war er angetreten mit der Idee eines sehenswerten Offensivfußballs. Leider schaffte diese Idee viel zu selten die Platzreife. Außerhalb des Platzes stimmte die Chemie – auf dem Feld verpuffte das Experiment mit einem leisen Zischen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nach einer Talfahrt trennte sich der SC Preußen im Dezember 2015 von Ralf Loose (5.9.2012 bis 19.12.2015). Der 52-Jährige war der elfte Trainer, der im dritten Jahrtausend die Adlerträger betreute, der neunte, der vorzeitig seine Aufgabe beenden musste, aber wohl auch der, der mit der hochkarätigsten Platzierung seinen Dienst quittieren musste. Loose hinterließ seinen SCP auf Platz sechs der 3. Liga. Lediglich Georg Kreß war im April 2007 besser platziert.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Carsten Gockel war vom 5. bis 15.9.2012 Interimstrainer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Pavel Dotchev trainierte die Preußen vom 24.1.2012 bis 5.9.2013. Dotchev hatte den SCP im Januar 2012 im Abstiegskampf ans sichere Ufer geführt, dann fußballerisch weiterentwickelt. Der Vertrag des 47-Jährigen wäre noch bis Sommer 2014 gelaufen und hätte sich im Fall des Zweitliga-Aufstiegs bis 2015 verlängert. In der Vorsaison aber verpasste der SCP auf der Zielgeraden den Zweitliga-Aufstieg und stolperte bis auf Rang 16 – drei Punkte vor einem Abstiegsrang. Beim Abschied des Trainers schwang viel Sympathie mit. Einige Spieler rangen mit den Tränen, auch Dotchev kämpfte um Fassung. Interimsmäßig sprangen Gockel und Co-Trainer Babacar N´Diaye ein.

    Foto: Christian Butzhammer
  • Marc Fascher trainierte die Preußen vom 21.3.2010 bis 23.1.2012. Der gebürtige Hamburger hatte im März 2010 beim damaligen Regionalligisten aus Münster den beurlaubten Roger Schmidt ersetzt. In der Saison 2010/11 gelang der Gewinn der Meisterschaft und der Aufstieg in die 3. Liga. Es war Münsters erster Aufstieg seit 1989, Faschers Renommee glich ab sofort fast schon dem eines Helmut Horsch. Letztgenannter hatte 1989 den SCP in die 2. Bundesliga geführt. Nach einer Talfahrt der Preußen beendete Fascher im Januar 2012 die Debatten um seine Person, die Hängepartie um eine Vertragsverlängerung, mit einem Handstreich, und ging.

    Foto: Wilfried Hiegemann

„Ich möchte mich zuerst bei allen Verantwortlichen des SV Werder Bremen dafür bedanken, dass ich diese neue Herausforderung annehmen kann. Es ist für mich der nächste logische Schritt, eine Profimannschaft zu betreuen. In den Gesprächen mit der sportlichen Leitung hat sich schnell herausgestellt, dass wir eine sehr ähnliche Auffassung vom Fußball und von der Zusammenarbeit haben. In den nächsten Wochen steht für mich aber meine Aufgabe in Bremen absolut im Vordergrund“, so der 40-jährige Hübscher.

Von Schalke 04 zu Werder

Auch für den 32-jährigen Hellwig waren die positiven Gespräche im Vorfeld ausschlaggebend. „Ich finde die aufgezeigten Entwicklungsmöglichkeiten sehr spannend und reizvoll“, so der gebürtige Gelsenkirchener.

Seine Trainerlaufbahn begann Sven Hübscher beim DSC Wanne-Eickel, schloss sich aber schon nach einem Jahr der Gelsenkirchener Knappenschmiede an, wo er verschiedene Positionen als Jugendtrainer, stellvertretender Ausbildungsleiter, sportlicher Leiter der Nachwuchs-Abteilung sowie als Co-Trainer der U 19 und der U 23 bekleidete. Zwischen 2013 und 2016 war der gebürtige Dortmunder außerdem Co-Trainer der königsblauen Profimannschaft. Im Sommer 2017 wechselte er schließlich vom FC Schalke 04 zum SV Werder. Dort übernahm der Fußballlehrer zunächst die U 17 der Grün-Weißen, ehe er im Februar 2018 in Werders U 23 aufrückte. Auch Hellwig blickt auf eine lange Vergangenheit in Gelsenkirchen zurück, wo er als leitender Videoanalyst der ersten Mannschaft und als Trainer im Jugendbereich arbeitete. Im Februar 2018 folgte er Hübscher als Co-Trainer an die Weser.

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