Fußball: 3. Liga
Preußen-Ultras vereinigt – und gemeinsam gegen die Ausgliederung

Münster -

Die beiden Ultras-Gruppen des SC Preußen stehen seit Freitag auch bei Heimspielen wieder gemeinsam in einem Block. „Fiffi-Gerritzen-Kurve“ und „Deviants“ vollzogen diesen Schritt auch, um eine Ausgliederung der Profi-Abteilung zu verhindern.

Samstag, 04.11.2017, 11:11 Uhr

Foto: Jürgen Peperhowe

Da staunten die meisten Zuschauer nicht schlecht am Freitagabend. Erstmals seit neun Jahren präsentierte sich die aktive Fanszene des SC Preußen als eine große Einheit. Zumindest zu Beginn des Spiels tat sie das auch lautstark wie lange nicht. Anfang 2008 war es zum Bruch gekommen, die „Deviants“ spalteten sich von der damaligen „Curva Monasteria“, die sich später auflöste und in etwa als „Fiffi-Gerritzen-Kurve“ zurückkehrte, ab. Unterschiedliche Vorstellungen, auch zur Frage links oder unpolitisch, spielten eine Rolle, auch wenn die exakten Zusammenhänge logischerweise nie transparent wurden.

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Die Gruppen galten als verfeindet

Phasenweise galten die Gruppen als verfeindet, es gab sogar vereinzelt Schlägereien. Vor wenigen Jahren rafften sich die (mittlerweile teils veränderten) Führungskräfte beider Seiten zumindest auswärts zusammen und supporteten dort gemeinsam. „Alle zusammen für Preußen Münster“ heißt der Schlachtruf, der seit knapp einem Jahr viele vereint. Nun kam im Heimspiel gegen Fortuna Köln (1:1) der nächste und finale Schritt. Vorbei die Zeiten gegensätzlicher Gesänge, staunender bis amüsierter Gästefans und genervter Normalos.

15. Spieltag: Preußen Münster - Fortuna Köln

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  • Das 1:0 für die Preußen: Martin Kobylanski lässt Kölns Torwart Tim Boss keine Chance.

    Das 1:0 für die Preußen: Martin Kobylanski lässt Kölns Torwart Tim Boss keine Chance.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Endlich wieder jubeln: Münsters Torschütze Martin Kobylanski lässt sich nach dem 1:0-Führungstreffer feiern.

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  • Starkes Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit: Münsters Tobias Rühle (r.) im Zweikampf mit Lars Bender

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  • Ultragruppen wieder vereint: Die beiden Preußen-Ultragruppen supporten ab sofort auch in Heimspielen wieder gemeinsam.

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  • Kobylanski netzt unhaltbar für Tim Boss zum 1:0 ein.

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  • Rühle gegen Brandenburger.

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  • Kopfballsieger: Simon Scherder vom SCP setzt sich gegen Markus Pazurek durch.

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  • Ball im Blick: Kölns Lars Bender und Münsters Jerin Al-Hazaimeh

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  • Al-Hazaimeh gegen Brandenburger.

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  • Wechsel Al-Hazaimeh geht, Hoffmann kommt.

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  • Rizzi konzentriert bei der Ballannahme.

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  • Wechsel Steinkötter kommt für Grimaldi.

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  • Steinkötter blickt auf den Ball.

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  • Seit 2011 Cheftrainer von Fortuna Köln: Uwe Koschinat.

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  • Steinkötter im Kopfballduell mit Mimbela.

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  • Gelb-rote Karte für Scherder durch Schiedsrichter Steffen Brütting.

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  • Rühle gegen Brandenburger.

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  • Steinkötter im Zweikampf.

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  • Kittner und Scherder gegen Daniel Keita-Ruel.

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  • Grimaldi gegen Brandenburger.

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  • Grimaldi verliert das Kopfballduell gegen Lars Bender.

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  • Grimaldi gleich gegen zwei Kölner.

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  • Unzufrieden: Benno Möhlmann.

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Ein zweifellos wichtiger Entschluss für die Fußballkultur an der Hammer Straße. Allerdings gehört zur Einschätzung auch, dass die Ultras nun bewusst und geschickt mobil machen gegen eine Ausgliederung der Profi-Abteilung in eine GmbH & Co. KGaA, die die jetzige Vereinsspitze seit einem Jahr vorbereitet und die – zumindest ist das im extrem engen Zeitplan vorgesehen – bis zum Jahresende vollzogen sein soll.

Für den Verein auch eine Herausforderung 

Wahrscheinlich der 17. Dezember, ein Sonntag, soll der Termin für die obligatorische Jahreshauptversammlung sein, direkt im Anschluss soll die neue Kapitalgesellschaft in einer separaten Veranstaltung beschlossen werden. So zumindest die Hoffnung der Clubbosse, die allerdings anders als die beiden Fangruppen bisher sehr wenig Öffentlichkeitsarbeit betrieben haben. Mit der gemeinsamen Initiative der Ultras – das Fanprojekt gibt sich bisher betont neutral - wird die Aufgabe nicht leichter, die selbst auferlegte 75-Prozent-Mehrheit zu finden.

In einem am Freitag im Stadion verteilten Infoblatt heißt es seitens der beiden Gruppen unter anderem: „Der bereits seit langem gut funktionierende gemeinsame Auswärtssupport gab Anlass zu Überlegungen auch im heimischen Rund etwas zu verändern. Hinzu kam die beide Kurven vereinigende Besorgnis über die aktuellen Pläne der Vereinsführung. Daher heißt es fortan: eine Kurve – eine Stimme – eingetragener Verein! Wir wollen die Kräfte bündeln und zusammen für den Erhalt unserer Vereinsstrukturen kämpfen. (…)  Der eingetragene Verein ist das Herzstück von Preußens Identität und muss in seiner Gänze bewahrt werden! Der deutsche Fußball ist mittlerweile ein Sammelbecken von Fußball spielenden Unternehmen, die sich meilenweit von ihrer Basis entfernt haben. (…) Wir wollen kein Teil dieser kranken Fußballwelt sein! Preußen Münster ist anders und soll es auch bleiben! (…) Preußen Münsters Ultragruppen und aktive Fanclubs kämpfen von nun an gemeinsam für den Erhalt des eingetragenen Vereins in seiner jetzigen Form. (…)“

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