Fußball: 3. Liga
Diese englische Woche läuft so gar nicht nach dem Geschmack der Preußen

Münster -

Die zweite Niederlage hintereinander stürzt den SC Preußen noch nicht zwingend in tabellarische Nöte. Doch die Bilanz der Rückrunde ist mit neun Punkten aus neun Partien alles andere als gut. Die Bilanz der englischen Woche aus dem September droht sich nach dem 0:1 gegen Rostock umzudrehen.

Mittwoch, 13.03.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 21:19 Uhr
Leere Blicke nach dem 0:1-Tiefschlag gegen Rostock bei Rufat Dadashov (v.) und Kollegen. Foto: Jürgen Peperhowe

Weil Hansa Rostock steife Brisen an der Ostsee gewohnt ist, hätte sich ja die stürmische Witterung an der Hammer Straße ganz gut angeboten als Ausrede für ein chancenarmes Spiel und die letztliche 0:1-Niederlage von Preußen Münster . Diesen Versuch unternahm aber niemand. Zumal das späte Gegentor durch Marcel Hilß­ner nach einem Ballverlust von Fabian Menig an der Außenlinie fiel, als die Adler Rückenwind hatten. Vielmehr beschäftigte Spieler wie Trainer erneut der schlechte Platz. Fußballerische Lösungen scheinen nur noch schwer umsetzbar in diesen Wochen.

Chefcoach Marco Antwerpen hatte in einer für die Zuschauer alles andere als sehenswerten Partie „auch viele positive Aspekte“ gesehen und ließ wenig auf seine Elf kommen, auch wenn er vergebens auf kluge Impulse wartete. „ Kevin Rodrigues Pires oder Martin Kobylanski hatten leider nicht diesen einen Moment.“ Etwas mehr Schwung auf dem Weg in die Spitze wäre schon hilfreich gewesen. „Wir waren zwar besser und sind auch in Strafraumnähe gekommen, aber da war nichts Zwingendes dabei“, analysierte Niklas Heidemann richtig.

Einzelkritik: SC Preußen Münster - Hansa Rostock

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  • Spielernoten_960x640mm_image_1024_width Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 3,5:

    Er musste vor der Pause praktisch keinen Ball halten, wirkte einmal etwas desorientiert bei einem Klärungsversuch am Strafraumeck. Auch in der zweiten Hälfte praktisch beschäftigungslos, beim Gegentor ohne Chance.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 3:

    Vergab nach 16 Minuten die mögliche Führung des SCP. Regelte vor der Pause alles vor sich ohne großes Federlesen, machte auch nach der Pause nichts falsch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3:

    Er hatte anfangs kaum Ballkontakte und befand sich im Organisationsmodus. Das ging auf - das sollte so bleiben. Doch kurz vor Schluss hatte er die Chance zum Ausgleich, traf den Ball nicht voll - er ist halt kein Stürmer.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 3,5:

    Er löste die wenigen Problemchen in der ersten Hälfte souverän, bis zur 86. Minute alles andere auch. Beim Gegentor wird er überrumpelt, hätte Hilßner nur per Notbremse stoppen können, was Scherder jedoch nicht tat.

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  • Mittelfeldspieler Fabian Menig, Note 4:

    Er machte im Mittelfeld mit allen anderen mit. Kämpfen, grätschen und Fehlpässe spielen. Hatte schon bessere Partien, fiel aber in der grauen Masse dieses Mal nicht weiter auf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Rene Klingenburg, Note 4:

    Mit ein paar Dribblingsversuchen, ohne Impulse - vor dem Wechsel war das so, nach dem Wechsel auch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 4:

    Er versuchte als einer der wenigen, etwas Fußball zu spielen. Allerdings war seine Passquote deutlich verbesserungswürdig - über 90 Minuten. In der Summe gelang ihm zu wenig, weil seine Mitspieler auch nicht mitmachten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mittelfeldspieler Niklas Heidemann, Note 3:

    Gehörte zu den wenigen Lichtblicken in der schwachen ersten Halbzeit. Blieb immer hart am Mann, versuchte ab und an, für Gefahr mit seinen Flankenläufen auf der linken Seite zu sorgen.

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  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 5:

    Er ließ sich nicht lumpen und machte beim Gepöhle aller anderen mit. Gefahr bei Standards: keine. Die Hoffnung auf einen spielerischen Geistesblitz erfüllte sich nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 5:

    Er war kaum zu sehen. Ihm fehlt Spielpraxis und Selbstvertrauen. Das war nicht sein Tag. Dadashov kämpfte, wirkte aber fast immer glücklos.

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  • Angreifer Lucas Cueto, Note 4,5:

    Er schoss zumindest ab und an aufs Tor. Aber richtige Gefahr ging von ihm nicht aus. Tauchte nach der Pause total ab, es hätten auch andere als Erste ausgewechselt werden können.

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  • Einwechselspieler Philipp Hoffmann, keine Note:

    Er brachte für Lucas Cueto in den letzten 25 Minuten etwas mehr Fahrt in die Preußen-Angriffe.

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  • Einwechselspieler Moritz Heinrich, keine Note:

    Er kam für Martin Kobylanski in die Partie. In einer schwachen Preußenelf konnte er nicht mehr für Lichtblicke sorgen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

An der Umstellung auf eine Dreierkette lag es jedenfalls eher nicht, auch wenn ein Angreifer weniger auf dem Feld stand. „Wir haben mit Rostock gute Erfahrungen in dieser Formation mit zwei zentralen Spitzen gemacht“, sagte Antwerpen. Natürlich dachte er dabei ans Hinspiel, als Münster mit 4:1 triumphierte und der diesmal nach seiner Rückkehr in die Startelf unglückliche Rufat Dadashov dreifach traf.

Wie es der Zufall will, sind die Gegner in der englischen Woche dieselben wie im September. Damals schoss der SCP mit drei Siegen binnen acht Tagen auf Platz vier vor. Nun gab es in Cottbus und gegen Hansa zwei Niederlagen. „Das ist bei der Spielfolge natürlich richtig bitter“, so Antwerpen. „Es wird schwer, die Jungs wieder aufzurichten. Aber wir müssen positiv und mutig an die Aufgabe herangehen.“

Die heißt am Samstag (14 Uhr) SV Wehen Wiesbaden, aktuell Vierter im Ranking. Rodrigues Pires fehlt in Hessen wegen seiner bereits zehnten Verwarnung. Dort werden die Preußen als Außenseiter ins Rennen gehen, weniger im Aufbau gefordert sein, mehr Räume bekommen, die Deckung dicht halten. „Verteidigt haben wir schon gegen Rostock gut“, sagte Lion Schweers. Die wenigen Vorstöße Richtung Hansa-Tor kommentierte er lapidar: „Das ist die 3. Liga.“ Da hat er wohl uneingeschränkt recht.

Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock

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  • Für das Heimspiel gegen Rostock gab SCP-Trainer Marco Antwerpen (r.) seinen Spielern eine klare Marschroute mit ins Spiel.

    Für das Heimspiel gegen Rostock gab SCP-Trainer Marco Antwerpen (r.) seinen Spielern eine klare Marschroute mit ins Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein alter Bekannter gehört aktuell zu den Ersatzspielern bei Hansa Rostock: Ex-SCP-Spieler Amaury Bischoff (l.).

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  • Basketballer-Besuch: Die Spieler (v.l.) Jan König (links oben), Alexander Goolsby (M.) und Anton Geretzki (oben rechts) der WWU Baskets schauten sich die Partie an.

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  • Im Laufe der Saison wurde Jens Härtel Coach der Rostocker.

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  • Der Ball rollt: Zweikampf zwischen Niklas Heidemann (M.) und Rostocks Cebio Soukou (r.).

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  • Klare Ansage von Schiedsrichter Michael Bacher für SCP-Spieler Martin Kobylanski.

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  • Zwei gegen Einen: Die SCP-Spieler Rufat Dadashov (l.) und Lucas Cuetro (Nummer 37) attackieren Rostocks Kai Bülow.

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  • Enttäuscht: Lion Schweers nach einer vergebenen Torchance.

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  • Artistisch: SCP-Mittelfeldspieler Martin Kobylanski.

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  • Im Luftduell: Preußen Abwehrspieler Ole Kittner gegen Pascal Breier.

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  • SCP-Coach Marco Antwerpen

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  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel...

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  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Saison 2018/19 - 28. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
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