Volleyball: Länderspiel
Bundestrainer Koslowski im Interview: „Ivana kämpft um ein Ticket“

Münster -

Am Donnerstag testet die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft der Frauen einmal mehr in Münster. Vor der Partie gegen die Niederlande äußert sich Bundestrainer Felix Koslowski im Interview auch zur Perspektive von USC-Spielerin Ivana Vanjak.

Sonntag, 19.08.2018, 13:28 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 18.08.2018, 10:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 19.08.2018, 13:28 Uhr
Bundestrainer Felix Koslowski im Gespräch mit Maren Fromm (vormals Brinker): Die 32-jährige Angreiferin zählt zu den erfahrensten Kräften im Kader der deutschen Mannschaft. Foto: Jürgen Peperhowe

Volleyball-Länderspiele in Münster haben eine lange Tradition. Wenige Wochen vor Beginn der Frauen-Weltmeisterschaft in Japan kommt es am Donnerstag (19 Uhr, Sporthalle Berg Fidel) zum Schlagabtausch zwischen Deutschland und den Niederlanden – vermutlich vor ausverkauften Rängen. Im Interview steht Bundestrainer Felix Koslowski Rede und Antwort.

Die Paarung Deutschland – Niederlande gibt es auch bei der WM. Wird da am Donnerstag nicht mit verdeckten Karten gespielt?

Koslowski: Nein, definitiv nicht, wir haben keine Geheimnisse voreinander. Für uns ist das ein wichtiger Test gegen einen extrem guten Gegner.

Die Nationalmannschaft kommt auffällig oft nach Münster. Aus welchem Grund?

Koslowski: Weil die Begeisterung dort immer groß ist und wir spüren, dass wir sehr willkommen sind. Münster hat ein tolles, fachkundiges Publikum.

In Ihrem Kader stehen mehrere in Münster ausgebildete Spielerinnen und mit Ivana Vanjak auch eine aktuelle USC-Kraft. Wie beurteilen Sie die Arbeit am Bundesliga-Standort?

Koslowski: Gut natürlich, richtig gut. Wir sehen ja, was wir an den Spielerinnen haben, die durch die münste­rische Volleyball-Schule gegangen sind.

Dennoch steht der Nachwuchs-Stützpunkt auf der Kippe ...

Koslowski: Das liegt ja nicht in den Händen von uns Volleyballern. Wir hören, dass wir im Vergleich besser und erfolgreicher werden müssen. Wir wollen das ja auch. Sehen aber, dass andere Nationen mehr Geld für Förderung, Betreuung und Ausstattung in die Hand nehmen. Eine Streichung des Stützpunktes in Münster, der einzige in NRW, würde uns richtig treffen.

Ein Ausblick auf die WM: Deutschland hat noch nie eine Medaille gewonnen ...

Koslowski: Stimmt.

Kann sich das ändern?

Koslowski: Man träumt ja immer davon, aber es bleibt unrealistisch. Ein Platz unter den Top Ten wäre ein großer Erfolg für uns.

Und was ist langfristig möglich?

Koslowski: Wir haben eine tolle Generation beisammen, viele Spielerinnen kommen erst in sechs, sieben Jahren in ihr bestes Volleyball-Alter. Da ist vieles möglich, diese Weltmeisterschaft ist ein Anfang, die erste Etappe.

Zum aktuellen 18er-Kader zählt auch Ivana Vanjak vom USC. Wie sehen Sie ihre Entwicklung?

Koslowski: Sie macht sich sehr gut und kämpft um ein Ticket für die Weltmeisterschaft. Ich sehe ihre Entwicklung positiv.

Einige Bundesligisten haben zuletzt Ihre Doppelrolle als Bundes- und Vereinstrainer kritisiert und Schwerin einen Vorteil im Ringen um deutsche Talente zugeschrieben ...

Koslowski: Ich kann verstehen, dass einige Sorge haben, aber die Spielerinnen kommen weder aus Nächstenliebe, noch weil ich Bundestrainer bin. Schwerin verpflichtet und entwickelt seit Jahren deutsche Spielerinnen, der Verein hat einen sehr guten Ruf und bezahlt im Vergleich auch seine deutschen Spielerinnen angemessen und gut.

Fast ausverkauft

Das Volleyball-Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden wird vermutlich vor ausverkauften Rängen stattfinden. Bis Freitagmittag waren etwa 2350 der insgesamt 2436 Sitzplatzkarten verkauft. Es gibt somit wirklich nur noch wenige Lücken. Aufgrund der besonderen Nachfrage werden nun auch noch 200 Stehplatzkarten für die Kopfseiten in der Halle Berg Fidel angeboten. Sie kosten 10 Euro pro Stück, ermäßigt 7,50 Euro.

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