Volleyball: Bundesliga Frauen
USC holt Haferkamp für die Mitte vom VCO rüber

Münster -

Mit einer neuen Mittelblockerin aus dem Stalle des benachbarten VC Olympia reagiert der USC Münster auf seine anhaltenden personellen Sorgen. Katharina Haferkamp, die erst 16 Jahre alt ist, mischt ab sofort im Bundesliga-Aufgebot mit.

Montag, 07.01.2019, 16:56 Uhr aktualisiert: 08.01.2019, 16:50 Uhr
Lernen von den Routiniers: Auch auf die Ratschläge von Mareike Hindriksen (l.) wird Katharina Haferkamp in Zukunft hören. Foto: Peter Leßmann

Klammert man einmal die Bundesstützpunkt-Mannschaft des VC Olympia Berlin aus, stellt der USC Münster das jüngste Team der Volleyball-Bundesliga. 21,42 Jahre betrug bis zum Wochenende das Durchschnittsalter, das sich nun noch einmal auf 21,06 Jahre verringert. Der Grund hierfür ist 16 Jahre alt und heißt Katharina Haferkamp . Die junge Mittelblockerin rückt in den Erstliga-Kader, ist ab sofort spielberechtigt und kam schon im Doppeltest gegen Stade Francais Paris Saint Cloud zum Einsatz.

Haferkamp soll Juliane Langgemach und Kazmiere Brown entlasten, die nach dem Langzeit-Ausfall von Juliet Lohuis dauerhaft im Training und im Spiel ge­fordert sind. „Juliet steigt gerade erst wieder dosiert ins Training ein und wird uns noch länger fehlen. Da wird Katharina für Jule und Kaz eine Erleichterung sein“, sagt Trainer Teun Buijs , der die Internatsschülerin schon in der Vorbereitung auf die Saison als Trainingsgast kennengelernt hatte. Offenbar hinterließ die Junioren- ­Nationalspielerin des Dritt­ligisten VC Olympia Münster einen guten Eindruck, im Dezember holte der niederländische Coach das 1,82 Meter große Talent erneut in die Einheiten der Bundesliga-Truppe, zu der sie nun dauerhaft gehört. „Als der USC vor den Weihnachts­ferien gefragt hat, musste ich nicht lange überlegen“, erklärt Haferkamp, die nach Gesprächen mit ihren Eltern schnell das Angebot annahm. Trotz des bevor­stehenden Abiturs, das sie mit ihren Teamkolleginnen Luisa Keller (17) und Lina Alsmeier (18) am Pascal-Gymnasium ablegen wird.

Nicht nur auf der Schulbank – Haferkamp belegt mit Keller die Leistungskurse Deutsch und Erdkunde – wartet neuer Stoff, auch ihre Volleyball-Karriere erhält weitere Impulse. „Ich will so viel wie möglich mitnehmen und von den erfahrenen Spielerinnen lernen“, sagt Haferkamp, die als Viertklässlerin über eine Volleyball-AG zu diesem Sport gefunden hatte und später beim VV Humann Essen gelandet war.

Im Sommer 2016 folgte der Wechsel zum Bundesstützpunkt nach Münster, wo sie sich stetig weiterentwickelte. „Kathi ist eine Arbeiterin, der nicht unbedingt alles so zufliegt. Aber sie erkämpft sich die Dinge in einer beeindruckenden Weise“, sagt Stützpunkt-Trainer Christian Wolf, der seinen Schützling neben den drei Einheiten beim USC einmal im VCO-Training hat. „Wir müssen die Balance wahren und auf ihren Körper achten. Die Intensität bei Teun im Training ist deutlich höher“, meint Wolf.

Zweifel, dass Haferkamp überfordert sein könnte, hat er keine. „Ich bin sehr positiv, dass sie sich gut ent­wickeln wird. Kathi ist sehr reflektiert, lernwillig und -fähig und hat auch eine sehr hohe Aufmerksamkeitsspanne. Ihr Commitment für den Leistungssport ist hoch“, so Wolf, der mit seinem Trainerkollegen Buijs im Austausch steht, wann und wo Haferkamp spielen wird. „Wir geben ihr Zeit, unser System und unsere Taktik kennenzulernen“, sagt Buijs.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6304477?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F685692%2F
18-Jähriger tödlich verunglückt
(Symbolbild)
Nachrichten-Ticker