Abseits: Folge 257
Rasen, Ball und Sport

Über Geschmäcker lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber einen Verein freiwillig und ohne Not RB zu nennen – und damit unbezahlt Reklame für einen österreichischen Fitmacher zu betreiben, ist zumindest ungewöhnlich ...

Mittwoch, 30.11.2016, 15:11 Uhr

Die Roten Bullen aus Leipzig heißen auch RB mit Vornamen, bei ihnen macht sich das aber auch bezahlt. 
Die Roten Bullen aus Leipzig heißen auch RB mit Vornamen, bei ihnen macht sich das aber auch bezahlt.  Foto: dpa

Nur zur Erinnerung: Nachdem der österreichische Energydrink-Milliardär Dietrich Mateschitz 2009 dem sächsischen Verein SSV Markranstädt für teures Geld die Fünftliga-Lizenz abgeworben hatte und so sein Werbegroßprojekt Fußballclub in Deutschland anlaufen konnte, musste schnell ein Name her. Am liebsten hätte der Firmenboss wie zuvor in Salzburg einfach sein Brauseprodukt namens „ Red Bull “ als Präfix verwendet. Zumindest das verhinderten die DFB-Statuten. Also nannte sich der nun klug in Leipzig angesiedelte Emporkömmling eben, um die Abkürzung „RB“ in die Köpfe potenzieller Kunden zu bekommen: Rasenballsport. Ein millionenschwerer Neologismus. Dass RBS als Kürzel irgendwie angebrachter gewesen wäre – geschenkt.

Gar nicht so doof, die Herren Mateschitz & Co. – und doch hätte sich vermutlich nie jemand vorstellen können, dass irgendwann noch ein anderer Verein in Deutschland (und auch nicht in Österreich) auf die Idee kommen könnte, diesen Namen (noch mal: Rasenballsport) zu adaptieren. Unsinn!

Thomas Rellmann bevorzugt die Klassiker unter den Vereinsnamen wie Eintracht, FC oder Fortuna.

Thomas Rellmann bevorzugt die Klassiker unter den Vereinsnamen wie Eintracht, FC oder Fortuna. Foto: -lisa-

Im Emsland gründete sich Anfang der Woche der einstige Vorzeige- und spätere Krisenclub TuS Lingen (bis Juni immerhin Oberligist) nach im Sommer erfolgter Insolvenz neu. Die Stadt untersagte den Namen FC Lingen, also bedienten sich die Bosse eben beim frischgebackenen Bundesliga-Spitzenreiter. Erfolg macht halt sexy, egal wie heftig und konstant die Kritik am Leipziger Vorreiter ist angesichts regeltechnischer Grauzonen und dem Gebaren der Verantwortlichen. Den Internet-Shitstorm müssen wir an dieser Stelle gar nicht erst erwähnen. Finanzielle Zuwendungen erhält der junge Verein dem Vernehmen nach übrigens (bisher) nicht aus dem Bullen-Imperium. Vielleicht ist eine Klage auch realistischer. Ganz neu ist die Thematik übrigens nicht. Vor 20 Jahren benannte sich LR Ahlen (Leichtathletik- und Rasensport) im Wissen um gleichnamige Parfüm-Produkte des Sponsors („Lady Rosé“) um. Nachahmer sind in diesem Fall allerdings nicht bekannt.

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