Fußball: Schalke-Fanclub
Huub Stevens’ Charmeoffensive

Wettringen -

1997 führte ein Niederländer den FC Schalke zu einem historischen Triumph, später wurde er zum Trainer der Jahrhundertelf gewählt und 30 Jahre nach dem Triumph der Eurofighter ist Huup Stevens immer noch ein Begriff bei allen Schalker Fans. Auch bei seinem Besuch in Wettringen.

Dienstag, 23.01.2018, 17:01 Uhr

Bitte recht freundlich: Selfie-Jäger stellte Huub Stevens in Wettringen geduldig zufrieden. Nun will er fußballerische Kompetenz in den Schalker Aufsichtsrat bringen.
Bitte recht freundlich: Selfie-Jäger stellte Huub Stevens in Wettringen geduldig zufrieden. Nun will er fußballerische Kompetenz in den Schalker Aufsichtsrat bringen. Foto: Jörg Homering

Ein Abend voller nostalgischer Erinnerungen an den Schalker Uefa-Cup-Sieg von 1997 neigt sich dem Ende entgegen, da stellt Dieter Brand die entscheidende Frage: „ Huub , hättest Du nicht Interesse an unserem Aufsichtsrat?“ Huub Stevens, „Jahrhunderttrainer“ des FC Schalke 04 , nimmt den Steilpass des Bezirksleiters im Fanclub-Dachverband direkt auf und eröffnet den Wahlkampf: „Ich stelle mich als Kandidat“, sagt der Niederländer – hier in der familiären Wettringer Atmosphäre – erstmals öffentlich.

Schon den ganzen Fanclubabend bei „Attacke 94“ entfaltet der Trainer im Ruhestand, der sich wegen seines zuweilen ruppigen Umgangs mit Journalisten den Beinamen „Knurrer von Kerkrade“ eingehandelt hat, eine Charmeoffensive. Locker lässt er mit seinen „Eurofighter“-Mitstreitern Youri Mulder und Martin Max die 1990er Jahre wieder aufleben und sorgt mit schlagfertigen Antworten für Gelächter unter den rund 300 erschienenen Schalke-Fans: „Huub, warst Du als Spieler mal schwer verletzt?“ – „Nee, ich nicht, aber der Gegner manchmal . . .“

Nachdenklich wird Stevens, als die Rede auf den Gesundheitszustand von Rudi Assauer kommt. „Ja, ich sehe ihn noch“, erzählt er. Bis vor etwa einem halben Jahr habe er das Gefühl gehabt, der an Alzheimer leidende Ex-Manager erkenne ihn. Das sei mittlerweile leider nicht mehr der Fall. „Du kannst kein normales Gespräch mehr mit ihm führen“, bedauert Stevens.

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Berater erschweren die Arbeit

Auch mit seiner Meinung zu bestimmten Auswüchsen im Profifußball hält der 64-Jährige nicht hinterm Berg: „Aubameyang oder Dembelé – wenn Spieler bestimmen, dann wird es schwierig für einen Verein“, sagt er mit Blick auf Borussia Dortmund. Bei Schalke habe Sportvorstand Christian Heidel alles dafür getan, Leon Goretzka „auf klare Gedanken“ zu bringen. „Leider hast du es aber heute mit vielen Beratern zu tun“, bedauert Stevens. Dass sich die Dinge auf Schalke sportlich in die richtige Richtung bewegen, dafür möchte Huub Stevens als Aufsichtsrat seinen Beitrag leisten. „Als erstes muss ich im Wahlausschuss durchkommen, und dann müssen mich die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung wählen“, benennt er die vor ihm stehenden Hürden. Großartig verändern wolle er im Falle seiner Wahl den FC Schalke 04 nicht. „Nein, aber es geht darum, fußballerische Kompetenz in den Aufsichtsrat zu bringen“, sagt der Coach, der auf ewig mit dem „Wunder von San Siro“ verbunden ist.

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