Doppeltorschütze
Eintracht-Held Paciência muss um Stammplatz kämpfen

Eintracht Frankfurt bleibt in der Europa League auf Kurs Gruppenphase. Beim Sieg gegen Tallinn ist Geburtstagskind Paciência der gefeierte Tor-Held. Doch der Portugiese gilt im Angriff offenbar nicht als 1a-Lösung für die bevorstehende Saison.

Freitag, 02.08.2019, 12:03 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 12:07 Uhr
Mit zwei Toren an seinem Geburtstag führte Gonçalo Paciência Eintracht Frankfurt zum 2:1-Sieg gegen den FC Flora Tallinn. Foto: Arne Dedert

Frankfurt/Main (dpa) - Vor dem Spiel gab es einen Kuchen mit Kerze oben drauf, nach dem Abpfiff als Sahnehäubchen jede Menge Lob. Doch das schönste Geschenk zu seinem 25. Geburtstag war für Gonçalo Paciência sein Doppelpack.

Mit den beiden Toren schoss der Portugiese Eintracht Frankfurt zum 2:1-Sieg gegen den FC Flora Tallinn und damit in die nächste Runde der Europa-League-Qualifikation. Mit dem FC Vaduz aus Liechtenstein wartet dort ein weiterer Gegner, der die Eintracht kaum in Probleme stürzen wird.

«Ich habe zum zweiten Mal in meiner Karriere an meinem Geburtstag gespielt und zum zweiten Mal getroffen. Eine schöne Sache! Aber wichtiger war, dass wir weitergekommen sind», sagte Paciência. Dank der Tore des im Sommer 2018 vom FC Porto an den Main gewechselten Angreifers, der in der 37. Minute per Kopfball traf und in der 54. Minute einen Handelfmeter verwandelte, blieben die Frankfurter vor 48.000 Zuschauern gegen die wacker kämpfenden Esten auf Kurs Richtung Gruppenphase.

«Ich war in Tallinn nicht zufrieden mit ihm und habe ihn darauf angesprochen. Er hat eine Reaktion gezeigt und ein gutes Spiel gemacht», lobte Eintracht-Trainer Adi Hütter. «Am Geburtstag als Matchwinner vom Platz zu gehen, ist eine schöne Geschichte.» Und Sportvorstand Fredi Bobic stellte anerkennend fest: «Er hat das hervorragend gemacht. Man hat gesehen, dass er die Tore unbedingt machen wollte.»

Voller Glücksgefühle bestieg der Angreifer daher mit seinen Teamkollegen den Flieger, der den Eintracht-Tross zurück ins Trainingslager nach Österreich brachte. Auf seinen Lorbeeren ausruhen kann sich der Tor-Held dort nicht, will er beim hessischen Fußball-Bundesligisten dauerhaft eine gewichtige Rolle spielen. «Ich trete ihm oft auf die Füße, damit er besser wird», sagte Hütter. «Er hat Qualitäten und arbeitet hart an sich.»

Im Vorjahr stand Paciência im Schatten der mittlerweile getrennten «Büffelherde» mit Luka Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic. Über die Rolle des Edel-Jokers kam er nicht hinaus. «Er hat es vergangene Saison nicht leicht gehabt, weil die anderen so stark waren», sagte Hütter.

Nun sind Jovic (Real Madrid) und Haller (West Ham United) weg - doch trotz des starken Auftritts am Donnerstagabend traut die Eintracht Paciência derzeit offenbar nicht zu, die durch die millionenschweren Abgänge entstandene Offensivlücke zu füllen. «Wir werden im Sturm noch etwas machen», kündigten Hütter und Bobic unisono die Verpflichtung einer 1a-Lösung an. Dafür haben die Hessen bis zum 2. September Zeit. «Es braucht Geduld», sagte Bobic über die Suche.

Deutlich früher will die Eintracht den im Vorjahr von Paris Saint-Germain ausgeliehenen Nationaltorwart Kevin Trapp fest verpflichten. «Für uns gibt es eine Deadline, bis wann eine Entscheidung fallen muss. Kevin weiß Bescheid», berichtete Bobic.

Den Fans machte er Hoffnung, dass nach Sebastian Rode (Borussia Dortmund) und Martin Hinteregger (FC Augsburg) auch die dritte Leihkraft aus der überragenden Vorsaison dauerhaft bei den Frankfurtern anheuert. «Die letzten Gespräche waren sehr gut», sagte Bobic. «Ich hoffe, dass es bald vorbei und er dann zurück ist.»

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