Handball: WM-Analyse von Bundestrainer Christian Prokop
Ein paar Prozent bis zur Weltspitze – DHB-Team greift wieder an

Kaiserau -

37 Tage nach der Weltmeisterschaft im eigenen Land ist die Freude beim Wiedersehen groß. Handball-Bundestrainer Christian Prokop hat seine Jungs in Kaiserau versammelt, um sie auf den Test gegen die Schweiz am Samstag vorzubereiten. Im Fokus: die EM und Olympia 2020.

Dienstag, 05.03.2019, 17:16 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 19:09 Uhr
Es fehlen nur Nuancen: Christian Prokop hat die Olympiaqualifikation fest im Blick. Foto: Witters

Bob Hanning wird gern als Napoleon des Handballs apostrophiert. Einflussreich, mächtig polarisiert der 51-Jährige wie kaum ein anderer. Seine Worte haben Gewicht. Schinden Ein- und mitunter Erfolgsdruck. Schon weit vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land rief der Vize des DHB das Unternehmen Gold in Tokio 2020 als oberstes Ziel für die Zukunft aus. Eine ebenso tollkühne wie gefährliche Aussage des immer um eine auffällige Kleiderwahl bemühten Funktionärs. Und eine, die Bundestrainer Christian Prokop nicht in Gänze teilt. „Realistisch sind mit Blick auf die beiden nächsten Großereignisse (EM und Olympia 2020 , Anm. d. Red.) die Halbfinals. Die endgültige Zielformulierung kommt aus der Mannschaft heraus“, ließ er am Dienstag im Sport-Centrum Kaiserau nüchtern und sachlich wie gewohnt verlauten. Dorthin hat er seine Jungs 37 Tage nach dem globalen Kräftemessen und WM-Platz vier vor dem Länderspiel gegen die Schweiz am Samstag in Düsseldorf zu einem Lehrgang (5. bis 8. März) beordert.

Ganz nebenbei war es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen, bot das Kräftemessen im eigenen Land mit der Weltspitze doch die erste Grundlage für den weiteren Weg. „Das Feedback war durchweg positiv, bis zu den Besten fehlen aber noch ein paar Prozentpunkte“, fasste der 40-Jährige zufrieden zusammen. Speziell das variable Abwehrsystem (6:0/3:2:1), das etliche Ballgewinne und damit Tempogegenstöße provozierte, hob der Cheftrainer hervor. Genau wie die eindrucksvolle Symbiose zwischen Publikum und Mannschaft. „Momente, die unter die Haut gingen“, für Tim Suton. Der 22-Jährige wurde während des Turniers für den verletzten Spielmacher Martin Strobel nachnominiert – und durfte sich erstmals auf diesem internationalen Parkett beweisen. „Eine wertvolle Erfahrung für“ den bärtigen Rückraumstratege des TBV Lemgo. In Kaiserau nimmt er Anlauf für die nächsten Schritte.

Prokop, der sich nach der WM eine einwöchige Auszeit nahm, um den Blick für die Analyse zu schärfen, wird weder einen Wechsel der Generationen einleiten, noch den harten Schnitt vornehmen. Vielmehr will er um das bestehende Gerüst das Team weiterentwickeln. Mit dem einen oder anderen neuen Gesicht. Timo Kaste­ning (23) von der TSV Hannover Burgdorf ist erstmals für einen Ländervergleich nominiert und könnte gegen die Schweiz sein Debüt auf Rechtsaußen für Patrick Groetzki feiern. Der wirkte zuletzt und gerade während der WM überspielt und erhält ebenso eine Pause wie sein Teamkollege Jannik Kohlbacher (beide Rhein-Neckar Löwen) und die Kieler Andreas Wolff, Steffen Weinhold, Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler. Ebenso neu im erlauchten Kreis: Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt, gerade 21 Lenze jung und bereits im vorläufigen 28er-Kader für die WM. Mit Pekeler, Wiencek und Kohlbacher hat der im Innenblock indes die kompakte Ladung an Erfahrung vor sich.

Mit dem Aufgalopp am Samstag startet die Qualifikationsphase für die EM in Norwegen, Schweden und Österreich sowie Olympia 2020. Für beide Großereignisse müssen sich die DHB-Jungs noch qualifizieren. Ein weiter aber lohnender Weg. Fragen Sie mal Bob Hanning.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6451186?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F203%2F206%2F6267674%2F
Krähen zieht es in die City
Krähen gelten als Allesfresser. Nach Schätzungen der Verwaltung leben im Stadtgebiet mehrere Tausend Vögel dieser Art. Zuletzt wurden innerhalb eines Jahres 1700 Vögel geschossen.
Nachrichten-Ticker