„Trautmann“: Der Feind zwischen den Pfosten
Erbauliches Sportdrama über den legendären Manchester-Torwart

Manchester City zählt heute zu den größten Fußballvereinen der Welt. Er gehört Scheichs aus Abu Dhabi, der billigste Stehplatz im „Etihad Stadium“ kostet 35 Euro. 1949 sah das noch anders aus: Damals pendelte der Verein zwischen erster und zweiter Liga, und Fußball, zumal in England, war ein Ding der Arbeiterklasse.

Donnerstag, 14.03.2019, 17:10 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 21:26 Uhr
Der Trainer (John Henshaw, l.) glaubt, das Potenzial in Torwart Bernd „Bert“ Neumann (David Kross) steckt. Foto: SquareOne Entertainment

Als die „Citizens“ damals einen ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen als Torwart verpflichteten, war der Zorn groß: Bernd „Bert“ Neumann hatte sich freiwillig zur Luftwaffe gemeldet, war als Fallschirmjäger erst kurz vor Kriegsende desertiert, kam dann in ein Lager in Lancashire.

Beim Lokalverein St. Helens wurde sein Talent als Torwart entdeckt. Die City-Fans waren fassungslos: Ein Nazi im Tor? In Manchester, das von der Luftwaffe in Schutt und Asche gebombt worden war? Doch aus dem verhassten „Kraut“ wurde ein Held der Fans: Bis 1964 spielte Trautmann für City, im Pokalfinale 1956, das er trotz eines Genickbruchs (!) zu Ende spielte, wurde er zur Legende.

Kinostarts der Woche (ab dem 14. März)

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  • Trautmann: Biografie/Drama mit David Kross, Freya Mavor, JohnHenschaw (120 Minuten) Bewertung: 3 von 5 Sternen Hier geht es zur Rezension.

    Trautmann: Biografie/Drama mit David Kross, Freya Mavor, JohnHenschaw (120 Minuten)

    Bewertung: 3 von 5 Sternen

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    Foto: SquareOne Entertainment
  • Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks: Animation/Abenteuer mit Milan Peschel, Charly Hübner, Bernard Alane (86 Minuten)

    Bewertung: 4 von 5 Sternen

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    Foto: Universum
  • Destroyer: Thriller/Krimi mit Nicole Kidman, Toby Kebbell, Tatiana Maslany (122 Minuten)

    Bewertung: 2 von 5 Sternen

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    Foto: Concorde
  • Rocca verändert die Welt: Familie (101 Minuten)

    Bewertung: 3 von 5 Sternen

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    Foto: Warner Bros.
  • Vakuum: Drama mit Barbara Auer, Robert Hunger-Bühler, Oriana Schrage (81 Minuten)

    Bewertung: 3 von 5 Sternen

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    Foto: RealFiction

Den Versuch, aus dem britischen Sportstar nun nachträglich noch einen deutschen Helden zu machen, unternimmt nun dieser Film. Regisseur Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot“) zele-briert das als pathetisch aufwallendes Sport- und Liebesdrama, das beliebte Re-tro-Sehnsüchte bedient. „Trautmann“ konzentriert sich auf die Anfangsjahre, zeigt den Torwart (David „Krabat“ Kross), wie er sich gegen Deutschland entscheidet, sich in die Tochter des Klubchefs von St. Helens (Freya Mavor) verliebt und die Fans für sich gewinnt – durch Leistung.

Der Gefahr, nur eine verkitschte Mär vom „guten Nazi“ zu reproduzieren, entgeht Rosenmüller halbwegs, indem er gewissenhaft von Schuldtraumata und Gewissensnöten berichtet, ansonsten aber folgt der Film klassischen Pfaden, angereichert mit einer Typenparade, die an britische Sozialkomödien denken lässt. Das ist nie langweilig, kompetent gespielt und in den Fußballszenen überzeugend – allerdings auch sehr glattgebügelt. Trautmanns private Zerwürfnisse werden auf eine klassische Kinoromanze eingedampft, von den „Verräter“-Vorwürfen, die aus dem Wirtschaftswunder-Deutschland zu vernehmen waren, erfährt man im Film nichts. Erbauungskino dieser Art hält die Dinge lieber simpel.  

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