„Destroyer”
Tolle Kidman in austauschbarem Krimi

Nachdem Nicole Kidman eine Zeit lang drohte, im ewig ähnlichen Part der ätherischen Schönen zu erstarren, zieht die Oscarpreisträgerin („The Hours“) ihr Portfolio derzeit gezielt in die Breite: Als frömmelnde Mutter in „Der verlorene Sohn“ war sie zuletzt ebenso zu sehen wie in der Dramödie „Mein Bester & Ich“ oder als Unterwasser-Queen im Blockbuster „Aquaman“.

Donnerstag, 14.03.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 17:47 Uhr
LAPD-Beamtin Erin Bill (Nicole Kidman, l.) jagt einem oberschurkischen Bankräuber hinterher, Foto: Concorde

Als Krönung des Imagewandels darf man nun gewiss die fertige, korrupte, runtergerockte, abgelederte Polizistin in „Destroyer“ bezeichnen, für deren schonungslose Darstellung sie prompt mit einer Golden-Globe-Nominierung belohnt wurde. Tatsächlich gibt es wenig Erfreuliches über diesen Neo-Noir-Polizeithriller zu sagen, nur Kidmans Darstellung ist der Rede wert.

Als LAPD-Beamtin Erin Bill jagt sie im Film einem oberschurkischen Bankräuber hinterher, in dessen Bande sie sich Jahre zuvor schon einmal einschleuste. In Rückblenden werden die katastrophischen Ereignisse von damals erzählt, in der Jetztzeit ermittelt sie sich langsam ihrem Ziel entgegen, wobei sie dabei selbst alles andere als zimperlich vorgeht.

Eine Variation altbekannter Noir-Themen aus weiblicher Perspektive ist für sich genommen ein reizvolles Ansinnen, und Kidman verschreibt sich dem mit (ungeschminkter) Haut und (strähnigen) Haaren. Es hilft aber wenig, wenn der Plot ansonsten kaum über klischeehaften Durchschnitt hinauswächst. Die tatsächlich verblüffende Wendung, die Regisseurin Karyn Kusama kurz vor Schluss noch hervorzaubert und die alles Gesehene in ein neues Licht taucht, kommt dann leider zu spät.  

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