Münchner Sicherheitskonferenz
Münchner Sicherheitskonferenz: Weltweite Bedrohungen im Vordergrund

München -

Die Warnungen sind deutlich: „Im letzten Jahr ist die Welt zu nahe an einen großen zwischenstaatlichen Konflikt gerückt“, sagt der Chef der Münchner ­Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger. 

Mittwoch, 14.02.2018, 18:02 Uhr

James Mattis
Sigmar Gabriel, Benjamin Netanjahu, Theresa May, Sebastian Kurz, James Mattis (v.l.) Foto: dpa

„Die rheto­rischen Eskalationen ein­ zelner Entscheidungsträger sind sehr besorgniserregend.“ Wenn in aufgeladenen Situationen jemand eine falsche Entscheidung trifft, könnte das schnell eine gefährliche Kettenreaktion in Gang setzen. Deshalb sei es jetzt ­umso wichtiger, den Austausch zwischen wichtigen Akteuren zu stärken.

München wird an diesem Wochenende wieder Schauplatz des größten sicherheitspolitischen „Events“ welt­weit. Hunderte Seiten veranstaltungen und Insiderrunden ranken sich um die hochkarätigen Kernveranstaltungen im Bayerischen Hof. Rund 500 hochrangige Führungspersönlichkeiten aus aller Welt tagen – es geht mittlerweile um so gut wie alle aktuellen Krisen und künftigen Herausforderungen.

Bei der 54. Wiederauflage der Großveranstaltung rücken aber auch wieder die alten Kernthemen auf die Agenda: Die Annexion der Krim durch Russland 2014 hat einen Wendepunkt markiert. Wie kann die Einsatzbereitschaft der Nato an der Ostgrenze Europas erhöht werden? Das ist das Kernproblem des Treffens. Ischinger machte im Vorfeld der Konferenz deutlich, dass er mit der Rolle der EU alles andere als zufrieden ist: „Die EU repräsentiert 500 Millionen Menschen, sie ist für viele Länder der wichtigste Handelspartner – aber sie versagt in der Außenpolitik.“

Natürlich ist auch der ­Nahe und Mittlere Osten, der weiter lichterloh in Flammen steht, ein wichtiges Thema. Darüber hinaus geht es um die Bedrohung der liberalen internationalen Ordnung. Zudem bilden Abrüstungsfragen einen Themenschwerpunkt, dabei vor allem der Streit um das nordkoreanische Nuklearprogramm.

► Das Teilnehmerfeld ist einmal mehr hochrangig ­besetzt. Zu den Gästen zählen der UN-Generalsekretär António Guterres, EU- Kommissionspräsident Jean- Claude Juncker, EU-Außen beauftragte Federica Moghe­rini und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

► Aus den USA hat sich Verteidigungsminister General James Mattis angekündigt. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko , Premierministerin Theresa May und ihr österreichischer Amtskollege Bundeskanzler Sebastian Kurz werden ebenso erwartet wie der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Für Russland avisiert: Außen­minister Lawrow.

► Deutschland ist stark vertreten: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die die Konferenz eröffnen wird, und Bundesinnenminister Thomas de Maizière haben sich an­gekündigt. Zwischenzeitlich hieß es, Martin Schulz würde statt Gabriel kommen. Damals war der ehemalige SPD-Chef noch als Außenminister im Gespräch . . .

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