Jetzt wollen sie die Rathäuser erobern
Grüne in NRW sehen völlig neue Optionen für sich

Düsseldorf -

Sie sind aufgewacht – und immer noch Gewinner der Europawahl. Die NRW-Grünen realisieren am Tag danach, dass ihnen die Position als zweitstärkste Kraft völlig neue Optionen eröffnet.

Montag, 27.05.2019, 19:36 Uhr aktualisiert: 27.05.2019, 19:47 Uhr
Felix Banaszak Foto: dpa

„Wir werden das in aller Demut analysieren“, bremst der Grünen-Landesvorsitzende Felix Banaszak am Montag alle Fantasie. Aber dass die Grünen von rund 500.000 Wählerstimmen bei der verlorenen Landtagswahl 2017 nun auf mehr als 1,8 Millionen Stimmen gestiegen sind und besonders in den Großstädten zugelegt haben, beflügelt neue Überlegungen.

Die Partei habe sich konsolidiert und neu aufgestellt, sagt Banaszak. „Das ist Auftrag für die Kommunalwahlen 2020.“ Den sehen die Grünen besonders in den großen Städten. Nicht nur in Münster, Köln, Bonn und Aachen mit traditionell großer Wählerklientel sei die Partei stärkste Kraft, sondern auch in Düsseldorf, Bochum, Dortmund und Wuppertal. Jetzt wachsen Überlegungen, 2020 eigene Bürgermeisterkandidaten aufzustellen. Mit dem Wahlergebnis sei klar, „dass der Automatismus, dass die Oberbürgermeister-Wahl zwischen SPD und CDU ausgetragen wird, offensichtlich ein Ende gefunden hat“, bekräftigt Banaszak.

Entschieden werde das von den Ortsverbänden. Inhaltlich stehe neben dem Auftrag für beherztere Klimaschutzpolitik der gesellschaftliche Zusammenhalt im Fokus, sagt Bana­szak: „Wir haben das erste Mal die Situation, dass wir über das hinaus, was für uns als Grüne immer erreichbar schien, die Menschen überzeugen konnten.“

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