Musikpreis
Top-Grammy-Gewinner: Childish Gambino und Kacey Musgraves

Zu wenig Hip-Hop, zu viele Männer: Diese alte Kritik scheint bei den Grammys endgültig angekommen zu sein. Dominiert wird die Gala von Frauen, Michelle Obama begeistert mit einem Überraschungsauftritt. Und Rapper Childish Gambino holt zwei Hauptpreise des Abends.

Montag, 11.02.2019, 07:11 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 09:35 Uhr
Album des Jahres: Die Country-Sängerin Kacey Musgraves hat die Königs-Kategorie bei den Grammys gewonnen. Foto: Matt Sayles

Los Angeles (dpa) - Als erster Rapper hat Childish Gambino bei der Grammy-Verleihung den Hauptpreis für die beste Aufnahme des Jahres gewonnen.

Sein Song «This Is America» setzte sich bei der Gala am Sonntag in Los Angeles unter anderem gegen Drake mit «God's Plan» sowie Kendrick Lamar und SZA mit «All The Stars» durch. «This Is America» gewann auch den Preis für das beste Lied des Jahres.

Childish Gambino, bürgerlich Donald Glover, verfasste den Titel zusammen mit dem schwedischen Songschreiber Ludwig Göransson. Vor allem das dazugehörige Musikvideo, das voller Metaphern rund um Rassismus und Waffengewalt in den USA steckt, hatte für Gesprächsstoff gesorgt. Childish Gambino rappt über die Widersprüche eines Lebens als Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten und tanzt im Video mit nacktem Oberkörper, während um ihn herum Gewalt und Chaos ausbrechen.

Die Menschen könnten sich unabhängig von ihrer Herkunft mit «This Is America» identifizieren, sagte Göransson über den Song. «Er prangert Ungerechtigkeit an, feiert das Leben und vereinigt uns gleichzeitig.» Glover erschien nicht zu der Verleihung. Auch Beyoncé und Jay-Z, Taylor Swift und Kendrick Lamar blieben der Gala fern.

Michelle Obama als Überraschungsgast

Der von Sängerin Alicia Keys moderierte Abend wurde über dreieinhalb Stunden klar von Frauen beherrscht. Unter anderem waren Auftritte von Lady Gaga, Janelle Monáe, Jennifer Lopez und H.E.R. zu sehen. Besonders gefeiert wurden Soul-Sängerin Diana Ross und Country-Musikerin Dolly Parton. Die frühere First Lady Michelle Obama kam als Überraschungsgast auf die Bühne.

Die Grammy-Gewinner 2019

1/24
  • In Los Angeles sind in der Nacht zum Montag zum 61. Mal die Grammys verliehen worden, die als begehrteste Musikpreise der Welt gelten. Über die Gewinner (hier Cardi B, r.) in den insgesamt 84 Kategorien haben rund 13.000 Experten aus der Musikbranche entschieden. Eine Auswahl der Preisträger:

    In Los Angeles sind in der Nacht zum Montag zum 61. Mal die Grammys verliehen worden, die als begehrteste Musikpreise der Welt gelten. Über die Gewinner (hier Cardi B, r.) in den insgesamt 84 Kategorien haben rund 13.000 Experten aus der Musikbranche entschieden. Eine Auswahl der Preisträger:

    Foto: Jordan Strauss
  • Album des Jahres: Kacey Musgraves - „Golden Hour“

    Foto: Matt Sayles
  • Song des Jahres und Aufnahme des Jahres: Childish Gambino - „This Is America“. Glover erschien nicht zu der Verleihung. Auch Beyoncé und Jay-Z, Taylor Swift und Kendrick Lamar blieben der Gala fern.

    Foto: John Salangsang (archiv)
  • Bester Newcomer: Dua Lipa

    Foto: Matt Sayles
  • Außerdem bekam Dua Lipa den Preis für die beste Dance-Aufnahme.

    Foto: Chris Pizzello
  • Gleich drei Grammys sackte Lady Gaga ein. Sie gewann in den Kategorien Pop-Solo-Performance für "Joanne (Where Do You Think You're Goin'?)", Pop-Duo/Gruppen-Performance und Song für visuelle Medien für "Shallow".

    Foto: Chris Pizzello
  • „Shallow“ trug Lady Gaga in Los Angeles auch direkt auf der Bühne vor, allerdings nicht mit Bradley Cooper, der das Lied mit ihr für den Film „A Star Is Born“ eingesungen hat, sondern mit Mark Ronson.

    Foto: Matt Sayles
  • Bestes Popgesangs-Album: Ariana Grande - „Sweetener“

    Foto: Chris Pizzello
  • Mit extravagantem Outfit führte Cardi B ihren Song „Money“ auf.

    Foto: Matt Sayles
  • Sie gewann den Grammy für das beste Rap-Album („Invasion of Privacy“).

    Foto: Matt Sayles
  • Ella Mai bekam die Auszeichnung für den besten R&B-Song für „Boo'd Up“.

    Foto: Chris Pizzello
  • Das Beste R&B-Album des Jahres kommt von „H.E.R.“ (Albumtitel ebenfalls „H.E.R.“).

    Foto: Matt Sayles
  • Drake siegte mit „God's Plan“ in der Kategorie bester Rap-Song.

    Foto: Matt Sayles
  • Anderson .Paak (l.) und sein Sohn Soul Rasheed zelebrieren die Auszeichnung für die beste Rap-Performance „Bubblin“. Den Preis teilt er sich mit Kendrick Lamar, Jay Rock, Future & James Blake („King‘s Dead“).

    Foto: Chris Pizzello
  • Xavier de Rosnay (l) und Gaspard Auge von der Band Justice mit ihrer Auszeichnung für das beste Dance/Electronic Album „Woman Worldwide“.

    Foto: Chris Pizzello
  • Ludwig Goransson gewann in den Kategorien Song des Jahres („This is America“) und bester Soundtrack („Black Panther“).

    Foto: Chris Pizzello
  • Weitere Gewinner: Bestes Rock-Album: Greta Van Fleet - „From the Fires“; Bestes zeitgenössisches Album: The Carters - „Everything is Love“;

    Bestes traditionelles Popgesangs-Album: Willie Nelson - „My Way“

    Foto: Michael Nelson
  • Auf der Bühne sorgten einige Stars für Unterhaltung: Jennifer Lopez,...

    Foto: Matt Sayles
  • ...Diana Ross,...

    Foto: Matt Sayles
  • ...die Red Hot Chili Peppers,...

    Foto: Matt Sayles
  • ...Mileay Cyrus und Shawn Mendes,...

    Foto: Matt Sayles
  • .... Ricky Martin und Camila Cabello.

    Foto: Matt Sayles
  • Moderiert wurde die Gala von Alicia Keys.

    Foto: Matt Sayles
  • Frauen-Power bei den Grammys: Die ehemalige First Lady Michelle Obama (2.v.r.) gesellte sich zu den Show-Business-Größen (v.ln.r.) Lady Gaga, Jada Pinkett Smith, Alicia Keys und Jennifer Lopez.

    Foto: Matt Sayles

Auch viele wichtige Preise gingen an Frauen: Die Trophäe für das beste Album des Jahres gewann US-Sängerin Kacey Musgraves mit «Golden Hour». Rapperin Cardi B wurde zur ersten Frau, die als Solo-Künstlerin den Grammy für das beste Rap-Album gewann. Als beste neue Künstlerin des Jahres wurde die britische Sängerin Dua Lipa («New Rules») ausgezeichnet. Die 23-Jährige verwies in ihrer Dankesrede darauf, dass dieses Jahr viele großartige Künstlerinnen für Preise in den insgesamt 84 Kategorien nominiert worden seien.

Seitenhieb auf scheidenden Präsidenten

«Offenbar haben wir uns richtig gesteigert», sagte Dua Lipa. Ihr Kommentar war ein Seitenhieb auf Neil Portnow, scheidender Präsident der für die Grammys zuständigen Recording Academy. Portnow hatte vor einem Jahr gesagt, Frauen müssten sich «steigern», wenn sie bei der Verleihung stärker vertreten sein wollten. Nach Kritik von Fans und Musikerinnen erklärte er, den falschen Ton getroffen zu haben, und kündigte Maßnahmen an, um «eindeutige Hürden und unbewusste Vorurteile» gegenüber Frauen in der Musikindustrie abzubauen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6383430?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F1701571%2F
Zwei Unfälle mit Betrunkenen ohne Führerschein – ein Schwerverletzter
Polizeieinsätze am Freitagabend: Zwei Unfälle mit Betrunkenen ohne Führerschein – ein Schwerverletzter
Nachrichten-Ticker